Ob als kleiner Hörgenuss für unterwegs oder auch als längere Unterhaltung am eigenen Rechner, Podcasts erfreuen sich seit Jahren einer gewissen Beliebtheit nicht nur in interessierten Informatiker-Kreisen. So gibt es die Audio-Dateien nicht nur zu fach-spezifischen Themen der Informatik oder des Webdesigns, sondern auch von eher trivialen Themen bis hin zum Videocast der Kanzlerin. Zwar gab es schon einige Abgesänge, die ein Ende der Podcast-Welle heraufbeschwören wollten, doch bleibt die Zahl der aktiven Casts seit Jahren nahezu konstant.
Doch wie bei den meisten gängigen Anwendungen des Web 2.0 bereitet auch das Podcasting Menschen mit Behinderung einige Probleme. So stellt sich natürlich die Frage, wie die Zugänglichkeit zum Beispiel für gehörlose Menschen erhöht werden kann.
Wie bei allen Audio- oder Video-Inhalten fordert die BITV auch in diesem Falle, dass zu jedem dieser Inhalte äquivalente Alternativen anzubieten sind (siehe BITV, Anlage 1, Bedingung 1.4). Dies bedeutet also, dass eine Audio-Datei wie ein Podcast eine Alternative in Textform bieten sollte, um sie so auch Menschen mit Hörschädigung zugänglich zu machen.
Die umfassendste Form ist hierbei ein Transkript der kompletten Audio-Inhalte anzubieten, so wie es Einfach für Alle im bis 2007 angebotenen Podcast getan hat. Diese Technik ist natürlich mit einigem Aufwand verbunden, kann aber durch Spracherkennungssoftware unterstützt werden.
In Bezug auf Videocasts erhält die Erhöhung der Zugänglichkeit noch eine weitere Dimension. Für Menschen mit Hörschädigung ist es hier möglich via SMIL Untertitel zu hinterlegen, oder auch eine Video-Spur in Deutscher Gebärdensprache einzufügen. Weiterhin kann für blinde Menschen eine Audiodeskription der visuellen Inhalte des Videocasts hinterlegt werden, damit auch für diese Gruppe die Zugänglichkeit erhöht wird.
Zwar stellen die oben angeführten Techniken in bestimmten Situationen einen nicht zu unterschätzenden Aufwand für den Produzenten eines Casts dar, jedoch erhöhen sie generelle die Zugänglichkeit der angebotenen Inhalte. Des Weiteren können durch eine Text-Version der Inhalte eines Podcasts diese auch in Suchmaschinen wie zum Beispiel Google indiziert und somit durchsucht werden.