Youtube stellte in den letzten Jahren ein immer größer werdendes Phänomen dar. Waren zunächst häufig nur private und zumeist verwackelte Videos zu sehen, so hat es sich mittlerweile zu einer großen Informationsplattform entwickelt, auf er selbst der Vatikan einen eigenen Kanal betreibt. Doch die intensive Nutzung auch zu informativen Zwecken ist für einige Menschen aufgrund von Behinderungen nicht ohne weiteres möglich.
Ein großes Problem bei der Nutzung der Videoplattform Youtube stellt die Zugänglichkeit der angebotenen Videos für Menschen mit Behinderung dar. So können blinde und sehbehinderte Menschen die visuellen Eindrücke des Videos nicht erfassen, während hörgeschädigte Menschen Probleme bei der Erfassung von Audio-Inhalten haben. Daher fordert die BITV in Anhang 1, Anforderung 1.4, dass "für jede zeitgesteuerte Multimedia-Präsentation (insbesondere Film oder Animation) […] äquivalente Alternativen (z.B. Untertitel oder Audiobeschreibungen der Videospur) mit der Präsentation zu synchronisieren." sind.
Bei der Unterstützung von Menschen mit Hörschädigungen bietet Youtube hier eine Möglichkeit, die Zugänglichkeit zu den angebotenen Videos zu erhöhen. So ist es möglich, einem Video nach dem Upload Untertitelspuren in verschiedenen Sprachen zu hinterlegen. Hierzu ist es notwendig, eine sogenannte .sub-Datei, die den Untertitel-Text zeitsynchronisiert enthält, mit dem Video zu verbinden. Eine Anleitung zur Erstellung solcher Untertitel stellt Youtube selbst bereit.
Zur einfachen Erstellung einer solchen Untertitel-Datei wurde Anfang Februar 2009 das Tool "Easy YouTube caption creator" bei Accessify vorgestellt, welches es ermöglicht, eine vorhandene Abschrift des Textes relativ einfach mit dem Video zu synchronisieren und ins .sub-Format zu übersetzen. Es existiert auch eine Video-Anleitung in englischer Sprache.
Eine Möglichkeit die Zugänglichkeit für blinde Nutzer zu erhöhen bietet die Kommentarfunktion bei Youtube. Hier können Nutzer nach dem Hochladen des Videos dieses mit Kommentaren versehen, welche dann von Screenreadern, wie z.B. Jaws, vorgelesen werden können. Diese Funktion ist zwar streng genommen nicht als Verbesserung der Zugänglichkeit gedacht, jedoch können hier weiterführende Informationen, insbesondere über die visuellen Handlungen im Video, hinterlegt werden, die dann bei Bedarf von einem Screenreader vorgelesen werden würden.
Ein weiteres Zugänglichkeitsproblem stellt der von Youtube eingesetzte Flash-Player dar. Um dieses Problem zu umgehen hat Chris Heilmann den Easy Youtube Player entwickelt, welcher zwar nicht in Youtube eingebettet ist, allerdings eine externe Nutzung der Videos ermöglicht. Der Player ist Tastatur-bedienbar und gewährleistet einen Zugang unabhängig von Alter, Behinderung und Web-Erfahrung.