Inhalt

Web 2.0 und Barrierefreiheit - Chancen und Herausforderungen

5.11.2009

AbI-Schulung im Oktober 2009 in Bonn

Nach der erfolgreichen Veranstaltung im Mai 2009 hat das Aktionsbündnis für barrierefreie Informationstechnik (AbI) eine weitere Schulung zum Thema Web 2.0 und Barrierefreiheit veranstaltet. Unterstützung erhielt AbI von den Internet-Agenturen Lab Seven und Aperto. Das Bundesministerium des Innern, das an der Weiterentwicklung der eGoverment-Strategie beteiligt ist, stellte in Bonn einen Schulungsraum zur Verfügung.

Nach einer kurzen Einführung durch Benjamin Grießmann, Projektleiter beim AbI-Mitglied WEB for ALL, erfuhren die Teilnehmer von Jan Schwate von Lab Seven und Timo Wirth von Aperto, wie so genannte AJAX-Anwendungen und Formulare zugänglich und nutzerfreundlich gestaltet werden können.

In einem Beitrag von Kai Greve, Mitarbeiter bei WEB for ALL, ging es um Spam-Attacken auf moderne Internetangebote. Greve beschrieb mögliche Methoden zur effektiven Spam-Bekämpfung und verwies gleichzeitig auf die damit verbundenen Zugänglichkeitsprobleme.

Michael Schaten von der Technischen Universität Dortmund zeigte anhand eines praktischen Beispiels, wie Videos untertitelt und mit einem Audio-Kommentar versehen werden können.

Wie Menschen mit Behinderungen neue Medien mit unterschiedlichen Hilfsmitteln, wie etwa der Kopfmaus, problemlos nutzen können, demonstrierten Birgit Scheer und Michael Schaten von der Technischen Universität Dortmund.

Ruzica Jokic, blinde Mitarbeiterin bei WEB for ALL, zeigte, wie sie sich mit Hilfe eines Vorleseprogramms, dem so genannten Screenreader, mühelos im Netz bewegen kann, solange die Seiten barrierefrei gestaltet sind. Der von einer Sehbehinderung betroffene WEB for ALL-Mitarbeiter Christian End demonstrierte, wie Seiten für Sehbehinderte mit Hilfe einer Vergrößerungssoftware lesbar werden.

Alle Referenten betonten, dass das Web 2.0 trotz vieler noch bestehender Barrieren dennoch neue Chancen für Nutzer mit Behinderungen eröffnet. Komfortfunktionen erleichtern die Orientierung, Online-Communitys wie MySpace oder Facebook ermöglichen neue Formen der Kommunikation: gehörlose Nutzer können sich über selbst hochgeladene Gebärdensprachvideos austauschen oder Blinde und Sehbehinderte können Podcasts und Wegbeschreibungen auf ihren mp3-Player runterladen.

Weitere Informationen zum Thema Web 2.0 finden Sie im Informationsportal "Web ohne Barrieren" des Aktionsbündnisses für barrierefreie Informationstechnik.