11.10.2006
Vom 18. bis 21. Oktober findet in Düsseldorf die REHACARE 2006 statt. 800 Aussteller aus 31 Ländern präsentieren auf Fachmesse und Kongress neue Produkte, Dienstleistungen und Erkenntnisse rund um Rehabilitation und Pflege. Das Aktionsbündnis für barrierefreie Informationstechnik (AbI) wird während der Messe über das Thema "Barrierefreie Informationstechnik" und die neue Meldestelle für Barrieren im Web informieren.
Menschen mit einem Handicap wird auf vielen Internetseiten der Zutritt verweigert. Einfache Programmierungsfehler oder mangelhafte Inhalte schließen sie von Informationen oder Dienstleistungen aus. "Das ist sicher keine Absicht, eher Unwissenheit oder fehlendes Know-how", sagt Professor Christian Bühler, Leiter des Aktionsbündnisses für barrierefreie Informationstechnik (AbI). Vielen Betreibern von Webauftritten sei einfach immer noch nicht klar, dass sie potentielle Kunden ausgrenzen.
Besonders heikel sei die Situation bei den Web-Angeboten der Bundesbehörden. Nach der Bundesverordnung für barrierefreie Informationstechnik (BITV), die vor vier Jahren in Kraft getreten ist, sollten die Bundesangebote bis zum 31. Dezember 2005 barrierefrei gemäß der BITV gestaltet sein. "Die Realität sieht jedoch leider anders aus. Neue Tests haben gezeigt, dass etwa 80 Prozent der Internetauftritte nur mit erheblichen Schwierigkeiten von Menschen mit Handicap gelesen werden können", berichtet Bühler. Der Prozess für ein barrierefreies Internet sei daher erheblich ins Stocken geraten.
Um dieser Entwicklung entgegen zu treten, plant AbI eine Meldestelle für Barrieren im Internet. Jeder Surfer kann sich telefonisch, schriftlich oder per E-Mail an kompetente Berater wenden, sobald sie auf Hürden im World Wide Web stoßen. Die AbI-Mitarbeiter werden die angemahnten Seiten sorgfältig prüfen und sich gegebenenfalls mit dem Betreiber in Verbindung setzen, um ihn auf die Mängel hinzuweisen sowie Lösungstipps zu geben.
Seit August gibt es auch das Zertifizierungsprogramm "DIN-Geprüft barrierefreie Website", das Mitglieder des Arbeitskreises "Test" des AbI-Projekts und DIN CERTCO auf Grundlage der BITV Hauptprüfung entwickelt haben. Jeder Website-Betreiber kann nun seine Internet-Angebote von einer unabhängigen Instanz prüfen und bewerten lassen. Mehr Informationen zur AbI-Hauptprüfung finden Interessierte über das Informationsportal "Web ohne Barrieren - wob11".
"Zunächst einmal müssen die Missstände auf den Internetseiten aufgedeckt werden. Im zweiten Schritt erfolgt die Problemlösung. Dieses Gesamtpaket muss jetzt nur noch von den betroffenen Nutzern und Internetseiten-Betreibern rege angenommen werden", so Professor Bühler.
Das AbI-Projekt wird auf der REHACARE 2006 vom 18. bis 21. Oktober in Düsseldorf vertreten sein. Interessierte finden unsere Ansprechpartner in Halle 3, Nummer E 68, am Messestand des Sozialverbands VdK Nordrhein-Westfalen und am Stand der BAG Selbsthilfe in Halle 6, Nummer C 09 bis D 23. Am 20. Oktober wird WEB for ALL eine Umfrage am Stand der BAG Selbsthilfe zur neuen Meldestellen starten.