Berlin, 17.12.2001:
Ein Workshop des Forum Informationsgesellschaft und der Alcatel SEL-Stiftung konkretisiert die Herausforderungen bei der Beseitigung von Barrieren für die Nutzung des Internet. Solche Barrieren, die durch technische, situative oder individuelle Voraussetzungen entstehen, beschneiden den Markt und die gesellschaftliche Teilhabe. Universelles Design im Web bietet einen kostenbewußten Lösungsansatz.
Am 17. Dezember 2001 berieten auf Einladung des Forums Informationsgesellschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie sowie der Alcatel SEL-Stiftung ca. 40 Experten der Wirtschaft, von Verbänden, Forschungseinrichtungen und Ministerien darüber, wie die Forderung "Zugänglichkeit für alle im Internet" umgesetzt werden kann. Diese in der Kampagne "Internet für alle" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie u.a. durch die Aktion "Internet ohne Barrieren" unterstütze Anforderung hat dadurch aktuell zusätzliches Gewicht erhalten, dass ein in den Bundestag eingebrachter Gesetzentwurf zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen vor allem die öffentliche Verwaltung verpflichtet, ihre Informations- und Kommunikationsangebote barrierefrei zu gestalten.
Im November hatte die Arbeitsgruppe Demokratie und Verwaltung im Forum Informationsgesellschaft (Leitung Prof. Dr. Herbert Kubicek, Universität Bremen) in einem ersten Workshop mit Vertretern von Behindertenorganisationen und Fachleuten die Anforderungen an barrierefreie Gestaltung erörtert "Das Internet hat wachsende Bedeutung für alle Bürger, einschließlich solcher mit Behinderungen", fasst der Leiter der Workshops, Prof. Dr. Christian Bühler (FTB/ ESV, Wetter, Fernuniversität Hagen) die Ergebnisse zusammen. "Leider existieren Zugangsbarrieren für viele Bürger, die sie als Verbraucher und Konsumenten ausschließen. Es ist im Interesse der Wirtschaft und der Gesellschaft, solche Barrieren abzubauen, um Teilhabe und Marktmöglichkeiten umzusetzen". Im Rahmen des zweiten Workshops haben Vertreter von Behindertenorganisationen und -initiativen diese Barrieren konkret demonstriert und Möglichkeiten zur Abhilfe diskutiert.
Für die anwesender Vertreter von Online-Diensten war nicht nur neu, dass prämierte Web-Auftritte für Menschen mit Behinderungen nicht oder nur unvollständig nutzbar sind. Mit großem Interesse wurde wahrgenommen, dass solche Web-Angebote auch auf mobilen Endgeräten wie Palms oder anderen PDAs nicht genutzt werden können. Die Teilnehmer des Workshops wurden sich daher einig, dass die Anwendung des Konzeptes des Universellen Design weit über den bisher üblichen Begriff der behindertengerechten Gestaltung hinausgeht und von sehr viel größerem wirtschaftlichen Interesse ist.
"Die Berücksichtigung der Richtlinien, die vom W3C (World Wide Web Consortium) für die barrierefreie Inhaltspräsentation vorgeschlagen werden, helfen, solche
Hindernisse zu vermeiden und die Nutzbarkeit der Seiten insgesamt zu verbessern", so Bühler. Die Teilnehmer des Workshops haben sich vorgenommen, dieses Prinzip und seine Umsetzung voranzutreiben. Dazu wurden verschiedene Handlungslinien identifiziert, die in den kommenden Monaten verfolgt werden sollen:
Der Workshop fand im Rahmen der Arbeitsgruppe Demokratie und Verwaltung des Forum Informationstechnik mit Unterstützung des BMWi statt. Auf dem zweiten Workshop wurde das Positionspapier der Teilnehmer des ersten Workshops als Power-Point-Präsentation vorgeführt.