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Informationen über Objekte
Software Checkpunkt 2.2
Liefern Sie semantische Informationen über Objekte der
Benutzerschnittstelle. Wenn ein Programmelement aus einem Bild besteht,
dann muß die Information, die im Bild dargestellt wird, auch als Text
verfügbar sein.
Die Gründe
Jemand der blind ist, benutzt einen Computer mit Hilfe der assistiven Technik, etwa mit einem Screenreader oder einer Braillezeile.
Das Programm muß Informationen über die Objekte liefern, sodaß eine
assistive Technik dem Benutzer mitteilen kann, welches Objekt den Fokus
hat (Identität). Ebenso muß der Benutzer wissen welche Rolle (Funktion)
und welchem Zustand es hat. Wenn Sie beispielsweise mit der Tab-Taste
durch ein Formular navigieren und ein Optionsfeld den Fokus hat, dann
müssen Sie wissen, daß es ein Optionsfeld ist und ob es selektiert ist
oder nicht.
Die Methoden
Die folgenden Methoden stellen ein Minimum dar, um Checkpunkt 2.2 der Checkliste für Software Zugänglichkeit von IBM zu erfüllen:
Windows
- Liefern Sie Objektinformationen durch die Verwendung von Standard-Windows-Bedienelementen. Es sind keine zusätzlichen Maßnahmen notwendig, um die Identität, Funktion und Zustand von Standard-Windows-Bedienelementen anzugeben.
- Windows Programme, die benutzerdefinierte Bedienelemente verwenden, sollten Microsoft Active Accessibility (MSAA) einsetzen, um Objektinformationen der benutzerdefinierten Bedienelemente zu liefern.
Unix / Linux
- Das GNOME Accessibility Projekt ist dabei, eine Sammlung von Software-Diensten und Unterstützungen zu entwickeln, um die GNOME Benutzerumgebung zugänglich zu machen. Das Gerüst beinhaltet ein Accessibility Toolkit Application Programming Interface und ein Assistive Technology Service Provider Interface. Besuchen Sie das GNOME Accessibility Projekt auf http://developer.gnome.org/projects/gap/ um mehr Informationen zu erhalten.
- Wenn ein Programmelement durch ein Bild repräsentiert wird, dann
stellen Sie die Information, die im Bild vermittelt wird, auch als Text
bereit.
Die oben aufgeführten Methoden sind notwendig, die folgende Methode wird empfohlen um die Zugänglichkeit zu verbessern:
- Wenn eine Windows Anwendung benutzerdefinierte Bedienelemente hat, aber nicht MSAA
unterstützt, dann können die folgenden Schritte das Bedienelement
kompatibler, allerdings nicht voll kompatibel mit Zugänglichkeitshilfen
machen. Wenn die benutzerdefinierten Bedienelemente ein eigenes Fenster
haben, kann man einen beschreibenden Text zurückgeben, wenn das
Bedienelement unter Verwendung der WM_GETTEXT
Nachricht abgefragt wird. Zum Beispiel könnte ein Bedienelement in Form
einer Taste mit der Aufschrift "Drucken" einen Text "Taste Drucken"
zurückgeben, um beides, Typ und Aufschrift, zu übermitteln. Der gleiche
Text wäre angebracht, wenn die Taste anstelle einer Aufschrift die
Grafik eines Druckers zeigen würde. Ebenso könnte ein
benutzerdefiniertes Bedienelement, das als Auswahlbox dient, den Text
"Auswahlbox Drucken, ausgewählt" zurückgeben.
Der Test
Überprüfen Sie die Software, um
sicherzustellen, daß sie die Anforderungen an die Zugänglichkeit
erfüllt. Es gibt verschiedene Methoden, um zu überprüfen, ob die
Informationen über ein Objekt zugänglich sind.
Nachweis der Objektinformation:
- Überprüfen Sie mit einem Screenreader,
ob alle Objektinformationen gesprochen werden. Objekte sind Tasten,
Kontrollkästchen, Optionsfelder und Menüs. Wenn Sie mit der Tab- oder
Pfeiltaste zu einem Objekt navigieren, sollte der Screenreader den Objektnamen und Typ (z.B. Kontrollkästchen für Update-Suche) und den Zusand des Objektes (z.B. ausgewählt oder nicht ausgewählt) ansagen, um diesen Checkpunkt zu erfüllen.
- Überprüfen Sie die Windows-Software mit Mircosoft Inspect Objects, wenn sie einen Screenreader benutzt haben, die Objektinformationen aber nicht gelesen wurden. Inspect kann dazu benutzt werden, um zu überprüfen, ob Objekte zugänglich sind. Da der Test mit Inspect sehr arbeits- und zeitaufwendig ist, sollte er nur dort verwendet werden, wo ein Screenreader die Informationen nicht liest. Wenn Sie die Maus über ein Objekt positionieren, zeigt Inspect die folgenden Informationen:
- Name: Alle Objekte müssen die Eigenschaft "Name" unterstützen.
Beispielsweise ist der Text auf einer Taste deren Name, während der
Name eines Listenelementes oder eines Eingabefelds der Text ist, der
dem Bedienelement zugeordnet ist. Bilder, die keinen Namen
visualisieren, sollten in ihrem Eigenschaftsfeld für Name einen
äquivalenten Text enthalten.
- Funktion: Alle Objekte müssen die Eigenschaft "Funktion"
unterstützen. Die Funktion beschreibt das Objekt. Die Funktion kann
beispielsweise Optionsfeld, Taste, Kontrollkästchen usw. sein.
- Zustand: Alle Objekte müssen die Eigenschaft "Zustand"
unterstützen. Der Zustand beschreibt den Status des Objektes, z.B. kann
ein Kontrollkästchen angewählt, ein Taster anwählbar oder fokussierbar
sein.
- Wert: Nicht alle Objekte unterstützen die Eigenschaft "Wert". Die
Eigenschaft "Wert" repräsentiert die visuelle Information, die das
Objekt beinhaltet. Der Wert eines Eingabefeldes ist beispielsweise der
Text im Bedienelement. Ist das Eingabefeld leer, ist sein Wert null.
- Überprüfen Sie die äquivalenten Texte für Programmelemente mit einem Screenreader oder Microsoft Inspect Objects. Wenn Sie mit einem Screenreader testen, muß er die Textinformation über das Bild lesen. Wenn Sie mit Inspect testen muß das Textäquivalent für das Bild unter "Name" oder "Value" angezeigt werden.