Dies soll keine Anleitung zur Erstellung von Untertiteln, Audiobeschreibung oder Texttranskriptionen sein, denn das können wir nicht leisten. Zum einen würde eine entsprechende Anleitung sehr umfangreich werden; zum anderen fehlt uns auch die notwendige Erfahrung. Wenn Sie also umfangreiche Videos zugänglich aufarbeiten möchten, dann wenden Sie sich bitte an Personen oder Firmen, die über die entsprechende Erfahrung verfügen. Diese sollten nach Möglichkeit nichts anderes tun, als Videos mit Untertiteln und Audiobeschreibungen zu versehen. Wenn eine Videoproduktionsfirma Ihnen dies als zusätzlichen Service anbietet, sollten Sie stutzig werden. Die Erstellung von Untertiteln und Audiobeschreibungen setzt langjährige Erfahrung voraus, die nicht immer vorhanden ist.
Bevor Sie aber mit dem Erstellen von Untertiteln, Audiobeschreibungen und Texttranskriptionen beginnen sollte geklärt sein, in welchem Kontext das Multimedia genutzt wird:
Die Untertitelung ist der geeignete Weg, um Videos für Menschen mit Behinderung zugänglich zu machen. Von Untertiteln profitieren sowohl taube und schwerhörige Menschen als auch diejenigen, die beispielsweise aus technischen Gründen den Audioteil eines Videos nicht nutzen können. Die Erstellung von Untertiteln ist ein zweistufiger Prozess. Zuerst muss ein Texttranskript der im Video enthaltenen gesprochenen Sprache erstellt werden, welches zusätzlich alle wichtigen nicht-sprachlichen Audio-Inhalten enthält. Nach der Erstellung des Transkripts muss der Text in passende Teile (Textblöcke) zerlegt werden, die dann mit dem Bewegtbild synchronisiert werden. Jeder Textblock wird mit einer Zeitmarke versehen, damit Text und Bewegtbild zueinander passen und die Abspielsoftware Videobild und zugehörige Untertitel zeitgleich anzeigen kann.
Da es nicht möglich sein wird, die gesamte gesprochene Sprache eines Videos als Untertitel anzuzeigen, müssen die Textblöcke entsprechend gekürzt und möglicherweise vereinfacht werden. Die Entscheidung darüber, welche Teile der Textblöcke wichtig und welcher Text möglicherweise weggelassen werden kann, erfordert einige Erfahrung und Übung. Ebenso wichtig ist die Gestaltung der Untertitel. Dazu gehören neben der Interpunktion auch die Textgröße, die Farbe und mögliche Farbwechsel sowie die Schriftart, die für die Untertitel genutzt wird.
Aufgrund der zahlreichen technischen Herausforderungen und der Vielzahl an Möglichkeiten kann es in einigen Fällen sinnvoll sein, mehrere einzelne zugängliche Varianten eines Videos zu erstellen:
Die Erstellung von Untertiteln und Audiobeschreibungungen erfordert in der Regel langjährige Erfahrung, sodass diese Aufgaben meist an Experten vergeben werden sollen. Das kostet Geld und dauert einige Zeit. Daher ist die Bereitstellung eines Transkripts eine weitere Möglichkeit, Multimedia zugänglich und barrierefrei zu gestalten. Und wenn erstmal ein Transkript vorliegt, dann können daraus auch Untertitel erarbeitet werden.
Die Erstellung eines Transkripts erfolgt in zwei Schritten. Zuerst wird der Inhalt des Transkripts erzeugt, anschließend wird das Transkript als strukturiertes HTML-Dokument veröffentlicht. Die inhaltliche Erarbeitung des Transkripts ist der zeitaufwändigste Teil, da der gesamte Audioteil eines Videos mehrmals angehört und der gesamte gesprochenen Inhalt sowie die wichtigsten nicht-sprachlichen Inhalte aufgeschrieben werden müssen. Zusätzlich sollten wichtige visuelle Eindrücke - die ansonsten in einer Audiobeschreibung geschildert würden - im Transkript festgehalten werden. Auf diese Weisen können auch taub-blinde Menschen den Inhalt eines Videos erfassen.
Ein Transkript umfasst:
Das fertige Transkript sollte als HTML-Dokument veröffentlicht werden. Dies erlaubt die Strukturierung des Transkripts mit Hilfe von Cascading Style Sheets, um beispielsweise zwischen den verschiedenen Sprechenden sowie nicht-sprachlichen Inhalten zu unterscheiden.
Audiobeschreibungen ergänzen die Tonspur eines Videos, damit blinde und sehbehinderte Menschen die Filme leichter verstehen und nachvollziehen können. Dazu werden wichtige visuelle Eindrücke, die für das Verständnis des Films wichtig sind, in Form gesprochener Sprache beschrieben. Die dazu notwendige zusätzliche Tonspur wird mit dem Video synchronisiert und die Audiobeschreibungen sind in den Dialogpausen des Films zu hören.
Die folgenden
Empfehlungen zur Erstellung von Audiobeschreibungen stammen von Joe Clark:
In einigen Fällen reichen die Dialogpausen oder ruhigen Abschnitte in einem Film nicht für die Audiobeschreibungen aus. Dann sind erweiterte Audiobeschreibungen notwendig, die möglicherweise ein vorübergehendes Anhalten des Videos erforderlich machen. Ein solches Verfahren ist derzeit nur mit Hilfe von SMIL möglich.