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Gestaltung von Untertiteln, Audiobeschreibungen und Texttranskriptionen

Dies soll keine Anleitung zur Erstellung von Untertiteln, Audiobeschreibung oder Texttranskriptionen sein, denn das können wir nicht leisten. Zum einen würde eine entsprechende Anleitung sehr umfangreich werden; zum anderen fehlt uns auch die notwendige Erfahrung. Wenn Sie also umfangreiche Videos zugänglich aufarbeiten möchten, dann wenden Sie sich bitte an Personen oder Firmen, die über die entsprechende Erfahrung verfügen. Diese sollten nach Möglichkeit nichts anderes tun, als Videos mit Untertiteln und Audiobeschreibungen zu versehen. Wenn eine Videoproduktionsfirma Ihnen dies als zusätzlichen Service anbietet, sollten Sie stutzig werden. Die Erstellung von Untertiteln und Audiobeschreibungen setzt langjährige Erfahrung voraus, die nicht immer vorhanden ist.

 

Bevor Sie aber mit dem Erstellen von Untertiteln, Audiobeschreibungen und Texttranskriptionen beginnen sollte geklärt sein, in welchem Kontext das Multimedia genutzt wird:

  1. Welchem Zweck dient das Multimedia? Soll es lediglich ein anderes Lernmaterial unterstützen oder ist das Video absolut notwendig?
  2. Informieren Sie sich über die Lernenden bzw. die Zielgruppe, über entsprechende Vorkenntnisse und Erwartungen sowie über die genutzten assistiven Technologien.
  3. Möglicherweise liegen die im Multimedia enthaltenen Informationen bereits in einer anderen, äquivalenten Form vor.

Erstellung von Untertiteln

Die Untertitelung ist der geeignete Weg, um Videos für Menschen mit Behinderung zugänglich zu machen. Von Untertiteln profitieren sowohl taube und schwerhörige Menschen als auch diejenigen, die beispielsweise aus technischen Gründen den Audioteil eines Videos nicht nutzen können. Die Erstellung von Untertiteln ist ein zweistufiger Prozess. Zuerst muss ein Texttranskript der im Video enthaltenen gesprochenen Sprache erstellt werden, welches zusätzlich alle wichtigen nicht-sprachlichen Audio-Inhalten enthält. Nach der Erstellung des Transkripts muss der Text in passende Teile (Textblöcke) zerlegt werden, die dann mit dem Bewegtbild synchronisiert werden. Jeder Textblock wird mit einer Zeitmarke versehen, damit Text und Bewegtbild zueinander passen und die Abspielsoftware Videobild und zugehörige Untertitel zeitgleich anzeigen kann.

Da es nicht möglich sein wird, die gesamte gesprochene Sprache eines Videos als Untertitel anzuzeigen, müssen die Textblöcke entsprechend gekürzt und möglicherweise vereinfacht werden. Die Entscheidung darüber, welche Teile der Textblöcke wichtig und welcher Text möglicherweise weggelassen werden kann, erfordert einige Erfahrung und Übung. Ebenso wichtig ist die Gestaltung der Untertitel. Dazu gehören neben der Interpunktion auch die Textgröße, die Farbe und mögliche Farbwechsel sowie die Schriftart, die für die Untertitel genutzt wird.

Aufgrund der zahlreichen technischen Herausforderungen und der Vielzahl an Möglichkeiten kann es in einigen Fällen sinnvoll sein, mehrere einzelne zugängliche Varianten eines Videos zu erstellen:

  • Video mit Audiospur
  • Video mit Untertitel und Audiobeschreibung
  • Audiobeschreibung, bspw. als MP3-Datei

Erstellung von Transkripten

Die Erstellung von Untertiteln und Audiobeschreibungungen erfordert in der Regel langjährige Erfahrung, sodass diese Aufgaben meist an Experten vergeben werden sollen. Das kostet Geld und dauert einige Zeit. Daher ist die Bereitstellung eines Transkripts eine weitere Möglichkeit, Multimedia zugänglich und barrierefrei zu gestalten. Und wenn erstmal ein Transkript vorliegt, dann können daraus auch Untertitel erarbeitet werden.

Die Erstellung eines Transkripts erfolgt in zwei Schritten. Zuerst wird der Inhalt des Transkripts erzeugt, anschließend wird das Transkript als strukturiertes HTML-Dokument veröffentlicht. Die inhaltliche Erarbeitung des Transkripts ist der zeitaufwändigste Teil, da der gesamte Audioteil eines Videos mehrmals angehört und der gesamte gesprochenen Inhalt sowie die wichtigsten nicht-sprachlichen Inhalte aufgeschrieben werden müssen. Zusätzlich sollten wichtige visuelle Eindrücke - die ansonsten in einer Audiobeschreibung geschildert würden - im Transkript festgehalten werden. Auf diese Weisen können auch taub-blinde Menschen den Inhalt eines Videos erfassen.

Ein Transkript umfasst:

  • den gesamten gesprochenen Inhalt einschließlich der Namen der Sprechenden
  • jede ergänzende Kontextinformationen zum gesprochenen Inhalt, bspw. ob ein Dialog geflüstert oder gebrüllt wird
  • jeden nicht-sprachlichen Inhalt, ohne den der Video- oder Audioteil eines Films nicht oder nur schwer verständlich wäre
  • jeden Text, der als Teil einer Audiobeschreibung vorgelesen würde, also Informationen über wichtige visuelle Eindrücke.

Das fertige Transkript sollte als HTML-Dokument veröffentlicht werden. Dies erlaubt die Strukturierung des Transkripts mit Hilfe von Cascading Style Sheets, um beispielsweise zwischen den verschiedenen Sprechenden sowie nicht-sprachlichen Inhalten zu unterscheiden.

Erstellung von Audiobeschreibungen

Audiobeschreibungen ergänzen die Tonspur eines Videos, damit blinde und sehbehinderte Menschen die Filme leichter verstehen und nachvollziehen können. Dazu werden wichtige visuelle Eindrücke, die für das Verständnis des Films wichtig sind, in Form gesprochener Sprache beschrieben. Die dazu notwendige zusätzliche Tonspur wird mit dem Video synchronisiert und die Audiobeschreibungen sind in den Dialogpausen des Films zu hören.
Die folgenden in englischer SpracheEmpfehlungen zur Erstellung von Audiobeschreibungen stammen von Joe Clark:

  • Beschreiben Sie, was Sie beobachten.
  • Wenn Sie sich aus Zeitgründen beschränken müssen, dann beschreiben Sie zuerst die wichtigsten Informationen wie bspw. die Handlung und solche Details, deren weglassen zu Missverständnissen oder Verwirrungen führen würde.
  • Wenn möglich, beschreiben Sie auch solche Handlungen und Details, die zum Verständnis des Äußeren der auftretenden Personen, der Situationen und der Atmosphäre beitragen.
  • Die Audiobeschreibung erfolgt normalerweise in den Dialogpausen oder in ruhigen Abschnitten des Films. Gleichwohl müssen aber auch nicht in allen Dialogpausen Audiobeschreibungen erfolgen. Es ist wichtig, dass die gesamte Produktion verständlich ist. Daher kann die Audiobeschreibung in Ausnahmefällen auch über die Dialogpausen hinausgehen, wenn mehr Zeit zur Beschreibung benötigt wird.
  • Verwenden Sie stets die gleichen Namen für die Charaktere und eine gleichbleibende Ausdrucksweise, damit die Beschreibung konsequent und gleichbleibend erfolgt.
  • Beschreiben Sie offensichtliche und beobachtbare Gefühlsausdrücke (Weinen, Lachen, Ekel usw.), nicht aber mögliche Gedanken und Überlegungen der Charaktere.
  • Der Vortrag der Audiobeschreibung sollte sich in die Atmosphäre der vorhandenen Tonspur des Films einpassen.
  • Die Stimmen der Erzähler sollten sich deutlich von den im Film eingesetzten Stimmen unterscheiden, aber auch nicht zu stark ablenken.
  • Vor- und Abspann sowie Untertitel in einem Film sollten vorgelesen werden.
  • Zensieren Sie nicht. Gewalttätige oder sexuell anstößige Sprache, die dem Erzähler möglicherweise persönlich missfallen, müssen dennoch beschrieben werden, wenn es dem Verständnis dient.
  • Geben Sie keine genauen Zeitangaben an (bspw. "Nach drei Stunden…", "Um 9 Uhr morgens"), es sei denn, der Film stützt solche genauen Angaben.
  • Beschreiben Sie in der Sprache und Ausdrucksweise der Zielgruppe.

In einigen Fällen reichen die Dialogpausen oder ruhigen Abschnitte in einem Film nicht für die Audiobeschreibungen aus. Dann sind erweiterte Audiobeschreibungen notwendig, die möglicherweise ein vorübergehendes Anhalten des Videos erforderlich machen. Ein solches Verfahren ist derzeit nur mit Hilfe von SMIL möglich.