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Inhalt

Erfahrungsberichte zur Pressemitteilung "Anklicken, einsteigen - Schön wärs!"

RMV: Anklicken, ausfüllen und einsteigen

Die Polizei hat zu einer Veranstaltung geladen; und ich möchte hin. Aber wie komme ich von meinem Büro in der Marburger Furthstraße zur Polizeidirektion in der Raiffeisenstraße? Die Antwort ist klar: Mit dem Bus! Aber wann fährt der nächste Stadtbus dorthin? Und wo muss ich in welche Linie einsteigen? Den Taschenfahrplan habe ich zwar in meiner Schreibtischschulbade liegen, doch als Blinder kann ich ihn nicht lesen. So bin ich auf den digitalen Fahrplan des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) angewiesen. Ich tippe www.rmv.de ein, und los gehts! Die Seite bietet mir einen Cookie an. Alle Links geben verständliche Texte aus. Zu meinem Erstaunen finde ich schon auf der Startseite einen Link zur Textfassung der Fahrplanauskunft. Noch vor Jahresfrist war die Webpräsenz des RMV ausgesprochen behindertenfeindlich. Das hat sich zwischenzeitlich aber geändert. In ein Formular trage ich Uhrzeit, Stadt und Straße ein. Es ist ein wenig unübersichtlich, aber auch für mich bedienbar. Ich schicke die Daten ab. Eine Fehlermeldung erscheint. Beim zweiten Versuch bekomme ich dann die gewünschte Verbindung. Zwar zeigt das System auch völlig irrsinnige Umwegfahrten zu meinem Ziel an, doch kann ich ihm auch die gewünschte Abfahrtszeit der Linie 4 ab Elisabethkirche entnehmen. Die angegebene Zeit für den Fußweg ist mit neun Minuten - sicherlich nicht nur für mich - viel zu knapp angegeben. Aber in einer Viertelstunde werde ich es wohl schaffen. Unter Windows stellt sich die Bedienung der Fahrplanauskunft beim RMV übrigens schwieriger dar als im Textmodus. Hier sind auch Hintergrundinformationen zum Netz als PDF-File abgelegt. Fazit:
Der RMV eröffnet auch blinden Fahrgästen die Möglichkeit einer individuellen Fahrplanauskunft über das Internet.

Franz-Josef Hanke
(AKBI)

Hässliches Nordhessen: Keine Chance für Blinde!

Von Kassel aus möchte ich einen Ausflug mit dem Überlandbus in die nordhessische Region unternehmen. Ich rufe die Seiten www.nvv.de auf. Die Startseite des Nordhessischen Verkehrsverbunds besteht aus drei Frames, die nicht systematisch benannt sind. Eine No-Frames-Führung gibt es nicht. Die ersten beiden Frames enthalten ausschließlich Grafik-Links, die nicht mit Alternativtext unterlegt sind. Der dritte Frames ist - zumindestens für mich - leer. Ich klicke die Sitemap an. Sie führt mich nur zur Startseite. Ich versuche einige Links, erreiche aber bei meinen ersten drei Versuchen keine Seite, die anders aussähe als die bisherigen: Alle enthalten nur Links, die aus Grafiken bestehen und nicht mit ALT-Text unterlegt sind. Unter Windows sieht der nichtbehinderte Nutzer eine relativ ansprechende Seite. Fahrplaninformationen und Auskünfte zum Liniennetz erhält er jedoch nur über PDF-Files oder einen Link zum benachbarten Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV). Fazit:
In Nordhessen haben Blinde verloren, wenn sie Fahrplanauskünfte über das Internet abrufen möchten. Dabei ist der NVV doch sonst in vielen Bereichen vorbildlich!

Franz-Josef Hanke
(AKBI)