Für jeden Audio- oder visuellen Inhalt sind geeignete äquivalente Inhalte bereitzustellen, die den gleichen Zweck oder die gleiche Funktion wie der originäre Inhalt erfüllen.
Stellen Sie zu jedem Bild, durch das Informationen weitergegeben werden, ein entsprechendes Textäquivalent bereit. Dieser Text ermöglicht sehbehinderten oder blinden Menschen, den Inhalt von Bildern zu erfassen. Entsprechend ist mit den Alternativtexten zu verfahren. Unter diese Forderung fallen aber nicht nur Bilder, die z. B. als Foto oder Zeichnung aus anderen Programmen in eine Präsentation übernommen werden.
Präsentationsprogramme bieten eine Vielzahl an verfügbaren Formen wie Pfeile, Kreis, Flussdiagramme oder Legenden. Diese Formen stehen aber meist nicht für sich, sondern mehrere Formen werden zu einem größeren Gesamtbild zusammengefügt. Daher sollte nach Erstellung des Gesamtbildes dieses zu einer Gruppierung vereint und diese dann mit einem Alternativtext versehen werden.
Textäquivalente sollten kurz und eindeutig formuliert werden. Vermeiden Sie überlange und zu detaillierte Beschreibungen von Abbildungen oder Fotografien, wenn es nicht für das Verständnis unbedingt notwendig ist.
Bei Bildern wird zwischen Informationsgrafiken (grafische Schriften, Symbole, Logos, Abbildungen, Illustrationen) und Layoutgrafiken unterschieden.
Enthält eine Informationsgrafik grafischen Text, ein Logo oder ein eindeutiges Symbol, dann muss im Alternativtext der im Bild enthaltene Text bzw. die Bedeutung des Symbols wiedergegeben werden.
Bei Zeichnungen, Fotos oder grafische Darstellung von Zusammenhängen, die aus mehreren vorgefertigten Formen zusammengefügt werden, ist die Beschreibung des Dargestellten wichtig. Was wird durch die Zeichnung, das Foto oder die komplexe Darstellung deutlich? Was zeigt sie? Stellen Sie sich für den Alternativtext vor, Sie müssten einer Person über das Telefon die Darstellung erklären.
Diagramme werden häufig eingesetzt, um umfangreiche Informationen in kompakter visueller Form zu vermitteln. Der Alternativtext zu einem Diagramm sollte die zentrale Aussage des Diagramms wiedergeben. Umfangreichere Beschreibungen sollten in den Fließtext aufgenommen werden. Überlegen Sie, ob die originale Datentabelle ergänzend zur Verfügung gestellt wird.
Layoutgrafiken enthalten keinerlei Information oder sonstige Darstellung und benötigen daher in der Regel keinen Alternativtext.
Wenn grafische Elemente als Bedienelement oder Link genutzt werden, dann ist das Ziel bzw. die Aktion des Bedienelements als Alternativtext zu hinterlegen.
Textäquivalente sollten kurz und treffend formuliert sein. Vermeiden Sie allzu detaillierte Beschreibungen von Bildern oder anderen grafischen Elementen.
Ergänzend dazu können Sie Bilder und andere grafische Elemente mit einer Bildunterschrift versehen.
Alternativ können Sie Bilder und Objekte mit Beschreibungen zu ergänzen, die Sie unter oder neben dem Eintrag platzieren. Dies bietet sich insbesondere dann an, wenn der Alternativtext sehr lang wird.
Wenn Sie verschiedene Elemente nutzen, um ein größeres Gesamtbild zu erstellen (bspw. um einen Prozessablauf darzustellen), dann gruppieren Sie die Einzelelemente zu einem Gesamtbild. Dies erlaubt es, nur das Gesamtbild mit einem alternativen Text zu versehen, anstatt alle Einzelelemente beschreiben zu müssen.
Multimediale Inhalte (Audio, Video, animierte Grafiken, usw.) in Präsentationen sind häufig problematisch. Bei der Konvertierung in ein barrierefreies Format können diese Inhalte oft nicht automatisch übertragen werden. Animierte GIF-Dateien werden z. B. in statische Grafiken umgewandelt. Für die barrierefreie Integration von Audio oder Video müssen besondere Vorgehensweisen berücksichtigt werden.
Stellen Sie für jede Audiodatei mit gesprochener oder gesungener Sprache ein Textäquivalent bereit. Wenn die Präsentation ein Video oder einen Tonclip mit gesprochener Sprache enthält, dann stellen Sie mit der Präsentation auch eine Transkription bereit, die alle Informationen enthält. Diese Transkription sollte in einem einfachen Textformat vorliegen, so dass sie mit einem einfachen Texteditor geöffnet werden kann.
Bei Verwendung eines Videos sollten synchronisierte Untertitel für jedes Geräusch oder jeden Sprechabschnitt bereitgestellt werden. Ergänzend zu Transkriptionen erleichtern synchronisierte Untertitel hörbehinderten Nutzerinnen und Nutzern das Verständnis während das Video läuft.
Nicht-Text-Elemente wie Diagramme, Tabellen, Abbildungen, Animationen oder Bilder können auf der Notizseite einer Folie genau beschrieben werden. Zwar können einfache Bilder in einem Präsentationsprogramm auch mit einem Alternativtext versehen werden. Komplexere visuelle Elemente aber benötigen als Textäquivalent eine detaillierte Beschreibung. Nutzen Sie dazu die Notizseite, die für jede einzelne Folie angelegt werden kann.
Wie Textäquivalente für komplexe visuelle Elemente geschrieben werden können zeigt der Artikel "
How to Create Descriptive Text for Graphs, Charts & other Diagrams".
Neben Fotos oder Bilden stehen in Präsentationsprogrammen meist eine ganze Reihe an sogenannten Autoformen (Standardformen, Symbolformen) zur Verfügung. Dies sind geometrische Figuren wie Sterne, Banner oder Pfeile. Viele dieser Autoformen können mit einem Text versehen werden. Dieser Text wird allerdings nicht von allen Screenreadern erfasst und vorgelesen. Um dies dennoch zu ermöglichen, müssen Autoformen mit einem Alternativtext versehen werden. Gehen Sie dazu folgendermaßen vor:
Löschen Sie ggf. den Text der Autoform.
Zeichnen Sie eine neue Textbox mit transparentem Hintergrund und geben Sie den gewünschten Text ein.
Legen Sie die Textbox über die Autoform. Wählen Sie beide Objekte gemeinsam aus und gruppieren die Objekte.
Versehen Sie die Gruppierung mit einem Alternativtext.
Weitere Hinweise dazu finden Sie im Artikel "
The screen reader tool does not read the web text of autoshapes".